18
Jun
2013

Tag 2 Test, Test

Auch dieser Tag beginnt holprig. Zwar konnte ich gestern noch die benötigte Wochenkarte kaufen, das Weckerklingeln um kurz vor 6 hat mir dann aber den Rest gegeben. Und jetzt erstmal wieder auf Exkursion mit den Öffis gehen. Zum Glück habe ich eine "Kommilitonin" (oder auch Leidensgenossin wie sich die Tage rausstellt), die ebenfalls in meinem Viertel wohnt und den gleichen Weg nimmt. So lässt sich das U-Bahnfahren gleich leichter ertragen.

Der Tag beginnt wie der gestrige begonnen hat, mit ner Gesprächsrunde im Klassenraum, schon in Minute 5 habe ich das erste Mal den Wunsch in irgendwas reinzuhauen. Da bin ich wohl nicht alleine. Und die neue Arbeitsleiterin, die mir und meiner Gruppe von insgesamt 6 Personen zugeteilt wurde, gibt mir den Rest. Gelernte Ergotherapeutin (das wollte ich eigentlich auch machen, jetzt komme ich aber stark ins Zweifeln), unglaublich sanft, ich nenne sie jetzt einfach nur noch Kuscheltherapeutin. Solche mag ich ganz besonders. Immer schön ruhig, bloß nicht schnell oder gar zielorientiert agieren. Immer locker durch die Hose atmen (Memo an mich). Aber bevor noch meine letzten Gehirnzellen absterben schreiben wir erstmal nen Test, Mathe und Deutsch. Zugegeben, ich habe seit gefühlt 100, de facto 25 Jahren, nicht mehr ohne Taschenrechner agiert, und von daher sind manche Aufgaben nicht ohne. Aber trotzdem bestanden. Puh.

Bei so viel Aufregung erstmal wieder nen Fragebogen ausfüllen. "Persönliche Orientierung". Der Witz an dem Fragebogen ist, dass man diesen nur für sich selber ausfüllt. Nicht weiter drüber nachdenken, man könnte wahnsinnig werden. Vormittags steht dann noch der Arzttermin aufm Programm. Der beginnt mit einer Frage nach meinem Schulabschluss, der trotz verzweifelten Suchens auf meinem gut strukturierten Lebenslaufes von der guten Dame nicht entdeckt werden kann. Also helfe ich. Mache ich ja gerne. Und mein Studium erkläre ich auch gleich noch, sowie meine erste versicherungspflichtige Tätigkeit. Welche Relevanz diese Informationen hinsichtlich meines medizinischen Status haben erschließt sich mir nicht. Aber ich kann auch nicht alles verstehen. Medizinische Fragen folgen. Dazwischen völlig ohne Zusammenhang und/oder Sinn eine Frage nach meiner Kindheit. Ich bin leicht verwirrt. Jetzt erstmal schnell zum Mittagessen, das Ganze erstmal verdauen.

Gut, dass ich mich gestärkt habe, denn anschließend folgt gleich der nächste höchstanspruchsvolle Test. Word und Excel, diese völlig verrückten Computerprogramme. Es gilt einen Test (gespickt mit grammatikalischen Fehlern und schlechter Orthographie, aber das war nicht die Aufgabe, bei den Matheaufgaben vom Vormittag wurde schließlich auch noch in DM gerechnet, aber geschenkt) abzutippen, zu formatieren und Substantive und Verben zu finden. Hier zeigt sich ein weiteres Mal die Heterogenität der Gruppe. Während ich nach geschmeidigen 10 Minuten zu Aufgabe 2 vorpresche, tippen einige Kandidaten immer noch im 2-Finger-Suchsystem auf der armen Tastatur rum. 2 Stunden später ist das Bild immer noch das Gleiche. Und diese verrückten Substantive, wo verstecken die sich bloß? Aufgabe 2 ist auch nicht herausfordernder (Achtung: ich spreche hier nur von mir!). Tabelle sortieren, ne Graphik erstellen. Zugegeben, das Graphikerstellen in der neuen Excel Version ist mir nicht ganz geläufig, der Übungsleiterin aber auch nicht. Schön, wenn man auf einem Niveau rumkrebst. Irgendwann hat dieser Laden ein Einsehen und entlässt mich um 15:00. Irgendwann is auch mal gut. Morgen ist ja auch noch ein Tag.
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Berufsfindung oder der Weg zur geistigen Schwerelosigkeit

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