24
Jun
2013

Tag 6 Eine neue Woche, eine neue Chance?

Der Tag beginnt schlecht. Nach 4,5 Stunden Schlaf klingelt der Wecker erbarmungslos. Und ich muss wieder los, in diesen Käfig voller Narren. Und als wäre das nicht schon albtraummäßig genug, hat sich meine einzig Verbündete bis einschließlich Mittwoch krank gemeldet. Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Wo ist eigentlich meine verfluchte Bandscheibe wenn man sie man mal braucht? Brav an Ort und Stelle, herzlichen Glückwunsch.

Also muss ich da heute wohl alleine durch. Task 1: die unsägliche Morgenrunde überstehen. Wie gehts uns denn heute? Wie war unser Wochenende? Wie haben wir die letzte Woche überstanden? Scheiße. Sehr gut. Scheiße. Das wären meine Antworten darauf. Habe heute morgen aber keine Lust auf Reden und lasse daher andere von ihren privatesten Dingen erzählen. Auch keine gute Lösung. Der Fremdschämfaktor steigt. Ich möchte das einfach nicht.

Da ich fleißig war und mein Referat bereits fertig habe, darf ich in die Werkstatt. Wobei Werkstatt etwas übertrieben ist. Es handelt sich hierbei lediglich um den Nebenraum mit Werkbank und ein paar Maschinen. Aber nicht dass ich gleich was machen dürfte, ich soll ja nicht überfordert werden und wie durch ein Wunder ist schon wieder diese unsägliche Frühstückspause. Bloß nicht zu viel arbeiten. Nicht dass mein nicht vorhandener Herzschrittmacher noch warm läuft. Pausiert und gestärkt gehts weiter. Aber nicht etwa an der Werkbank, nein, erst muss ich mir in einer Mediathek irgendwelche Filme über diverse Berufe anschauen. Erklärbärfilmchen für Schulabgänger. Und damit ich das ganze aufm großen Bildschirm kucken kann, wird mir flugs noch die Maximier Funktion der Videodarstellung erklärt. Oh man, wenn ich eins nicht leiden kann: wenn einer versucht mir etwas zu erklären, was ich schon längst kann. Aber gut, soll jeder seinen Auftritt haben. Ruhig bleiben und weiteratmen.

Aber jetzt gehts endlich an die Werkbank. Allerdings darf ich nur nen dünnen Kupferdraht mit ner Rundzange nach vorgegebenen Formen biegen. Super Sache das. Sonderlich erfolgreich bin ich dabei auch nicht, aber was solls, ich hab auch einfach keine Lust mehr. Und der Leiterheini der hier ständig rumstreunert tut sein Übriges. Es sinkt für Sie heute: das Niveau! Exklusive Vorstellung. Und ich in der ersten Reihe. Vollkommen unfreiwillig. Zum Glück ist das Trauerspiel um 14:00 Uhr bereits vorüber, die Infoveranstaltungen locken wieder. Natürlich die gleichen wie letzte Woche. Und da war auch schon nichts ansatzweise Adäquates dabei. Also Flucht nach vorne und das Elend, zumindest für heute, hinter mir lassen.
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Berufsfindung oder der Weg zur geistigen Schwerelosigkeit

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